Die erste Bindung.
Wie Eltern die Entwicklung des kindlichen Gehirns prägen.

 

TERMINE:

 

Nächster Termin für die eintägige Veranstaltung: Freitag, 04.04.25

 

WAS BRINGT MIR DIE FORTBILDUNG?

 

Wenn wir verstehen, welche Erfahrungen das kindliche Gehirn braucht und wie es durch individuelle Erfahrungen geprägt wird, können wir Eltern und Menschen mit einer schwierigen Kindheit fundiert beraten. Wir können auch elterliche Eigenschaften als Folge elterlicher Kindheitserfahrungen verstehen - denn auch Eltern waren einmal Kinder. Wir können Eltern wertschätzend Wege aufzeigen, wie Veränderung gelingen kann und wie sie mit herausforderndem Verhalten ihrer Kinder umgehen können.


INHALT:

 

In dieser Fortbildung stehen unsere Gehirne im Mittelpunkt. Ich nehme Sie mit in die Welt der biochemischen Stoffe wie Cortisol und Oxytocin, der Synchronität und der Epigenetik. Es wird deutlich werden: Je nachdem, welche Gene wir in uns tragen, welche Erfahrungen wir gemacht haben und auch, welches biologische Geschlecht wir haben, sind wir unterschiedlich und bringen unterschiedliche Voraussetzungen für die Elternschaft mit.

 

Immer dabei: Die Wissenschaft! Ich stelle Ihnen aktuelle Forschungsergebnisse und Theorien vor und erkläre Ihnen, warum es so wichtig ist, dass Eltern sich Zeit nehmen, ihr Kind trösten und berühren, seine Neugier begleiten, die kindlichen Gefühle wertschätzen und spiegeln, und auch, wie die sogenannte „Coregulation“ der kindlichen Gefühle funktioniert.

Ich werde Ihnen zeigen, warum und wie frühe Erfahrungen das Kind prägen. Kinder brauchen sichere Beziehungen, um eine gesunde Psyche zu entwickeln und um selbstständig, sozial kompetent, motiviert und lernbereit durchs Leben gehen zu können. Aber warum ist das so? Sie werden über neuronale Verschaltungen, Substanzen wie Oxytocin, Epigenetik und frühe Bindungsmuster lernen und verstehen, warum frühe Erfahrungen die spätere psychische Verfassung und die emotionale und soziale Kompetenz des Kindes beeinflussen. Sie werden erfahren, dass es durchaus Möglichkeiten gibt, frühe Prägungen zu durchbrechen - wenn Eltern bestimmte Voraussetzungen beachten, wenn sie den Gefühlen des Kindes wertschätzend begegnen und wenn es ihnen gelingt, Teufelskreise problematischer Interaktionen, die sich im Familiensystem entwickelt haben, zu durchbrechen.


Ebenso gehe ich darauf ein, über welche Stellschrauben Veränderungen möglich sind, wenn Eltern selbst durch eine schwierige Kindheit beeinflusst wurden und dies ihren elterlichen Kompetenzen im Wege steht.


Mit dem in dieser Fortbildung vorgestellten Wissen können Sie sich als Beratende zudem selbst besser verstehen. Wir werden darauf eingehen, dass es auch für Menschen in Beratung und Therapie wichtig ist, eigene Bindungserfahrungen und deren Bedeutung für professionelles Handeln zu reflektieren.

 

Je nach Bedarf der Gruppe können auch kulturelle Unterschiede elterlichen Verhaltens, der Einfluss digitaler Medien, elterlicher chronischer Stress oder auch die oft unzureichenden Betreuungsschlüssel in Krippen zusätzliche Themen der Fortbildung sein.


FORM:

  • Online über Zoom
  • Maximal 15 Teilnehmende
  • Fortbildung mit sehr hohem Inputanteil. Bildreich gestalteter und wissenschaftlich fundierter Vortrag mit gelegentlichen kurzen Murmelgruppen und wiederholtem Austausch im großen Plenum. Ob Murmelgruppe oder großes Plenum: Sie können Persönliches teilen, müssen dies aber nicht. Wenn Sie wollen, bleiben Sie der großen Gruppe still und in der Murmelgruppe bei den Inhalten. Up to you! 😊

 

TERMINE UND BUCHUNG:

  • Referentin: Dr. Nicole Strüber
  • Sie erhalten im Anschluss eine pdf-Datei mit den Folien sowie eine kurze Zusammenfassung der Inhalte.
  • Nächster Termin für die eintägige Veranstaltung: Freitag, 04.04.25. Weitere Termine folgen.
  • Zeiten: 9:00 Uhr bis 17:00 Uhr mit insgesamt 6 Stunden Input.
  • Teilnahmegebühr: 290 Euro
  • Buchung unter: info@socialbrainacademy.de

 

AUF WELCHE FRAGEN WIRD EINGEGANGEN?

  • Wie funktioniert unser Stresssystem?
  • Warum können Kinder nicht gut lernen, wenn sie viel Stress haben?
  • Wie können wir unsere Kinder durch Nähe und Berührung vor innerem Stress schützen?
  • Was bewirkt der Stoff Oxytocin?
  • Warum werden Eltern immer besser im Elternsein, je mehr sie sich auf ihre Kinder einlassen?
  • Warum ist es so wichtig, dass wir uns mit anderen Menschen synchronisieren - auch mit unseren Kindern?
  • Warum entwickeln Menschen verschiedene Persönlichkeiten? Und was hat das mit frühen Bindungserfahrungen zu tun? Warum sind sie so wichtig?
  • Welche Rolle spielt die vorgeburtliche Zeit für die psychische Gesundheit eines Kindes?
  • Was ist Epigenetik?
  • Warum sind manche Kinder von negativen Erfahrungen stark betroffen und andere weniger? Wie entsteht Resilienz?
  • Warum ist es so wichtig, dass Kinder selbstbestimmt spielen?
  • Warum brauchen Kinder auch risikoreiches Spiel?
  • Warum entwickeln sich nach unterschiedlichen frühen Erfahrungen mit den Eltern unterschiedliche Bindungsmuster?
  • Wie beeinflussen uns diese frühen Bindungsmuster ein Leben lang?
  • Warum sind wir als Eltern so verschieden? Was hat dies mit unseren eigenen Erfahrungen zu tun?
  • Was genau bedeuten Begriffe wie "mentalisieren", "spiegeln", "coregulieren" und "synchronisieren"?
  • Wie gehen wir am besten mit herausforderndem Verhalten von Kindern um?
  • Wie unterscheiden sich Mütter und Väter in ihrem Verhalten, aber auch in ihrer Biologie?
  • Wie unterscheiden sich verschiedene Kulturen in ihrem elterlichen Verhalten? Wie wirkt sich das auf die Kinder aus?
  • Was macht es mit den Kindern, wenn die Eltern oder auch die Kinder selbst sich viel mit digitalen Medien beschäftigen? Wie kann man gegensteuern, um negative Entwicklungen zu vermeiden?
  • Welche Risiken ergeben sich, wenn Kinder früh in eine Krippe mit einem ungünstigen Betreuungsschlüssel kommen? Kann dies ihrer Entwicklung schaden?

 

LITERATUR FÜR DIE NACHBEREITUNG BEI BEDARF:

  • Strüber, N. (2024). Die erste Bindung. Wie Eltern die Entwicklung des kindlichen Gehirns prägen. Stuttgart: Klett-Cotta (aktualisierte Taschenbuchausgabe).
  • Strüber, N. (2024). Unser soziales Gehirn. Warum wir mehr Miteinander brauchen. Stuttgart: Klett-Cotta.

 

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PDF-Datei: Fortbildung "Die erste Bindung"
F_Erste Bindung_Nicole Strüber_Variante
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